ich kannte mal jemanden, der an der Haltung geradezu verzweifelt ist. Er musste massenhaft Kardinalfische, Guppys und sowas kaufen, um die Tiere zu ernähren. An Ersatzfutter gingen sie überhaupt nicht. Und sie mussten "im Futter stehen", da sie nicht aktiv jagen, sondern der Beute auflauern.
was Peter da schreibt ist nicht ganz richtig. Die Blattfische sind mehr oder weniger Lauerjäger. Wenn genug Futter (kleine Fische) da sind, scheinen sie nur in der Frühe zu fressen. So konnte ich beobachten, dass sie direkt neben Schrägschwimmern schlafend an der Wasseroberfläche sich aufhalten. Und noch bevor das Licht vom Aquarium angeht macht es plötzlich platsch und der Schrägschwimmer ist im Bauch des Blattfisches. Auch fressen sie nur so viel, wie sie gerade brauchen. Meine Blattfische gingen sogar an gefrostete Mückenlarven, wenn man einen gefrorenen Würfel ins Aquarium tat und die auftauenden Larven im Becken trieben.
Die Blattfische können auch eine enorme Zeit ohne Futter überleben. Wenn man dann füttert, gehen sie gezielt auf Jagd. Dieses ist sehr interessant zu beobachten. Leider ist mir vor zwei Tagen einer dabei gestorben. Darüber bin ich sehr traurig, aber ich will auch hier erzählen, wie es dazu kam.
Ich hatte gerade keine Möglichkeit mir Futterfische zu beschaffen, da die Zoohandlungen leider eine Öffnungszeit haben, in welcher ich selbst arbeiten muss. Doch am Montag konnte ich eher nach Hause und bin da in eine Zoohandlung und besorgte mir Futter für die Blätter. Diese waren schon ganz gierig und kamen gleich alle angeschwommen, als ob sie wüssten, dass ich was für sie habe. Ich kippte die Fische in einen Eimer und mit einem Kescher fing ich sie heraus. Und ab damit zu den Blättern. Diese machten gleich jagt auf ihr angedachtes Futter. Nun kam es zu Verfolgungen und wild entschlossen stürzte sich der eine auf einen Neon, welcher nach unten abtauchte. Der Blattfisch hinterher und direkt über den Boden stieß er zu. Der Neon war im Maul verschwunden, aber auch Kies. Wenn man sich einmal so ein riesiges Maul anschaut und bedenkt, dass der Blattfisch es enorm ausstülpen kann, da kann man sich denken, dass ein starker Sog entsteht und dadurch ist eben auch einiges an Bodengrund mit aufgenommen worden.
Nun versuchte der Blattfisch diesen Kies wieder loszuwerden. Er riss sein Maul auf und spreizte die Kiemen. Legte sich dabei dann auf die Seite und kämpfte. Zwischendurch schwamm er dann wieder normal rum, doch man sah, dass er immer noch verzweifelt versuchte den Kies loszuwerden. Ich beobachtete das noch eine gute Stunde und musste dann aber auch langsam zu Bett. Ich hoffte, dass er seinen Kampf gewinnt. Doch am nächsten Morgen schaute ich gleich nach ihm und musste feststellen, dass er seinen letzten Kampf verloren hatte.
Nun bin ich am überlegen, was für die Blattfische der beste Bodengrund ist.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass es kaum möglich ist, das benötigte Futter selbst zu züchten. Selbst Salmler wachsen einfach zu langsam. Ich selbst halte noch Blaupunktbuntbarsche, da sie sich doch sehr stark vermehren, aber auch das ist zu wenig. Und somit bestätige ich Peters Anmerkung, dass man ständig Futterfische kaufen muss.
Die Futterfische sollte man auch mindestens mit Frostfutter ernähren, da es sonst bei den Blattfischen zu Mangelerscheinungen kommen kann, welche letztendlich dann auch zum Tode führen. Aber dennoch möchte ich sie nicht missen. Ich hatte noch nie so interessante Fische. Würde behaupten, dass die Pflege von Blattfischen, die Krönung des aquaristischen Hobbys ist.
leider habe ich nur noch 3. Pro Blattfisch kann man täglich ca. 2-3 Fische in der Größe eines Neon rechnen. Ich kaufte mal 50 Kardinalfische. Diese hielten ca. 3 Tage vor. Günstiger scheinen Schrägschwimmer zu sein, da größer und im Preis fast gleich. Komischerweise gehen sie nicht an meine Platys. Warum, kann ich noch nicht beantworten. Sei es die Farbe oder die Form.
Genial finde ich die farbliche Veränderung, welche die Blätter an den Tag legen. Je nach Hintergrund scheinen sie fast gelb, grau oder gar schwarz zu sein. Wenn sie dunkel sind, ist ein gelber Strich vom Maul über den Rücken deutlich und scharf abgegrenzt sichtbar.
Wer also für ausreichend Futter sorgen kann und es nichts ausmacht lebende Fische zu verfüttern, den kann ich nur mal die Pflege von Blattfischen empfehlen. Ist aber wirklich nicht einfach. Auch muss bedacht werden, dass bei dem Futter es logischerweise zu wahren Wundern der Exkremente führt. So sind die Ködel gut 2mm dick und 5cm lang. Hier muss dann auch auf mehr Sauberkeit geachtet werden.
Nun, Sand ist eine Möglichkeit. Ich werde auf jedenfalls das Aquarium an diesem Wochenende Umräumen. Vielleicht sollte man auch Steinchen nehmen.
Zum Ablaichen ist es bei mir auch schon gekommen, aber ich hatte es nicht bemerkt und eines Tages schwammen verpilzte Eier im Aquarium. Junge hat es leider nicht gegeben. Auch weiß ich nicht, wo die abgelaicht hatten. Ich werde zu gegebener Zeit weiter über meine Blätter berichten, falls es erwünscht ist.
Hallo,
kenne mich zwar mit der Haltung dieser Fische über das übliche Grundwissen hinausgehend nicht aus, aber das Schicksal deines Blattfisches finde ich schon sehr traurig. Daher habe ich mich mal bzgl. der natürlichen Lebensräume der Blattfische kundig gemacht.
Wenn ich diese Fische pflegen würde, würde ich den Aquarienboden wohl mit vielen Blättern (also Laub, nicht toten Artgenossen ) versehen. Im übrigen -so denke ich - war das wohl mehr ein trauriger Unfall als die Regel.
vielen Dank für Deinen Tip, mit den Laub. Werde ich umgehend machen. Ansonsten ist es sicherlich nicht die Regel und ich betrachte es auch nur als einen Unfall, denn ich konnte so was vorher noch nicht beobachten. Aber wenn die Gier zuschlägt, kann sowas schon passieren. Selbst habe ich meine Blattfische seit Weihnachten 06 und möchte sie auch nicht mehr missen, auch wenn sie mir so langsam die Haare vom Kopf fressen.